Oliver Liedtke zum 2. Bürgermeister gewählt

Herbst in Randersacker...es wurde trotzdem nochmal heiß
Herbst in Randersacker…es wurde trotzdem nochmal heiß

Am vergangenen Mittwoch wurde Oliver Liedtke (Lindelbacher Liste) vom Gemeinderat zum 2. Bürgermeister von Randersacker gewählt. Er ist also weiterhin der Amtierente, bis die Randersackerer ihren 1. Bürgermeister direkt wählen dürfen.

„Gewählt“, das klingt irgendwie demokratisch. Jedoch berichtete Herr Henneberger (ÖDP) vor der Wahl, dass die Gemeinderäte von UWG und SPD von vorneherein beim Schlichtungsgespräch sagten, sie würden keinen anderen Kandidaten unterstützen, als Herrn Liedtke. Natürlich war es unter diesen Umständen obsolet, jemand anderen mit aufzustellen.

Umstrittener Kompromiss

In der Septembersitzung wurde vorgetragen, dass Herr Liedtke die ehemalige 2. Bürgermeisterin, Frau Kirschbaum, aus dem Amt gemobbt haben soll. Er hat tatsächlich seine Unterstützer von UWG und SPD per Mail zu einem Treffen ins Rathaus eingeladen um ein für alle mal zu klären, dass Frau Kirschbaum als 2. Bürgermeisterin für Randersacker nicht mehr tragbar sei. Es soll für Frau Kirschbaum so schlimm gewesen sein, dass sie an Angstzuständen litt und so amtsunfähig wurde. Herr Henneberger hat vor der Wahl seine erheblichen Zweifel an der Fachkompetenz Herrn Liedtkes in wichtigen Bereichen der Kommunalverwaltung benannt und begründet. Aus diesen schwerwiegenden und verständlichen Gründen war Oliver Liedtke für einige Räte schlicht nicht wählbar. Einer der Räte verweigerte gar die Stimmabgabe aus Protest.

Die CSU-Fraktion hatte im Vorlauf zur Wahl deren Verschiebung beantragt. Ziel war, die Frist für eine Bestimmung des neuen Stellvertretenden auszunutzen, weil sich in dieser Zeit möglicherweise die Voraussetzungen zur regulären, allgemeinen Neuwahl des 1. Bürgermeisters ergeben hätten. Dem steht gegenüber, dass die Gemeinde handlungsfähig bleiben muss. Im Sinne Randersackers erneuerten die CSU-Räte den Antrag auf Verschiebung nicht und versicherten nach der Wahl, dass eine Zusammenarbeit in Sach- und Fachfragen im Sinne der Bürger gegeben sein muss und sein wird.

Die Zukunft wird es zeigen

Die Entscheidung war im Gemeinderat lebhaft diskutiert worden, doch entgegen der allgemeinen Wahrnehmung war der Gemeinderat nie zerstritten. Lediglich beim Thema Bürgermeister und den daraus sich ergebenden Folgen, sind völlig verschiedene Bewertungen vorhanden.

Allen Räten ist ihre Verantwortung für die Geschicke Randersackers und seiner Bürger jederzeit bewusst. In diesem Sinne wird es auch in Zukunft eine engagierte Zusammenarbeit geben und der stellvertretende Bürgermeister darf sich der Unterstützung und natürlich auch des konstruktiven Widerspruchs seiner Räte versichert wissen, so der allgemeine Konsens nach der Wahl.

Von dieser Stelle aus sei Herrn Liedtke alles Gute, gutes Gelingen und jederzeit die richtige Idee gewünscht.

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Rathausgeschichten

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Der Main im Schattenspiel. Geheimnisvoll, wie die Zukunft im Rathaus im Moment

Grüß Euch Gott, miteinander!

Bestimmt habt Ihr auch von der Aufregung im Rathaus gehört, nicht wahr? Am Mittwoch sollte der 3. Bürgermeister Oliver Liedtke offiziell zum Stellvertreter gewählt werden. Nun, über all den Ärger wurde reichlich berichtet. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht so ganz warum, denn der Antrag auf verschieben hat einen Grund: Inzwischen ist in München entschieden worden, dass Herrn Vogel das Disziplinarverfahren eröffnet wird. Das bedeutet im Klartext: Es könnten schon bald reguläre Neuwahlen anstehen. Außerdem hat der Gemeinderat bis Dezember Zeit, einen Nachfolger für Frau Kirschbaum zu benennen.

Folglich beantragte die CSU-Fraktion, dass man sich doch Zeit lassen solle. Logisch, wie ich finde, denn Herr Liedtke bleibt ja 3. Bürgermeister und wenn sowieso in einigen Wochen schon vorgezogene Kommunalwahlen anstehen könnten, braucht man doch keinen offiziellen Stellvertreter mehr. Stattdessen, so die Räte von CSU und ÖDP sollte man in aller Ruhe miteinander beraten, wer als Stellvertreter denn in Frage käme, falls es mit den Neuwahlen doch noch dauert. Theoretisch könnte Herr Vogel eine reguläre Neuordnung durch Wahlen weiter in die Länge ziehen. Es würde für Ihn nichts ändern, doch die rechtlichen Mittel hat er.

Für die CSU und ÖDP Räte ist Herr Liedtke nicht wählbar. Der Grund ist sein Verhalten. Nicht zuletzt der Umstand, dass er laut Frau Kirschbaum die zweite Bürgermeisterin regelrecht aus dem Amt gemobbt hat. Auch fand die CSU, dass es doch nicht sein könne, dass der Kandidat mit den wenigsten Stimmen die größte Verantwortung übernimmt. Nachvollziehbar, denn er wurde ja nun nicht durch Wahl ermächtigt, sondern käme dann auf Grund für ihn günstiger Umstände und des Unglücks einer anderen an die Macht. Nach echter Demokratie klingt das für mich nicht.

Natürlich gefiel das Einigen im Rat nicht. Der Antrag der CSU auf eine gründliche Beratung und Bestimmung mehrerer Kandidaten wurde nicht umgesetzt, die reguläre Sitzung fand statt, inklusive des Punktes „Ernennung eines neuen Stellvertreters“. Also kam es zum Patt, denn nicht nur die CSU und ÖDP Gemeinderäte sehen Herrn Liedtke sowie sein Verständnis von Wahrhaftigkeit und Ethik kritisch, auch ein SPD Rat hat die Verschiebung unterstützt

Es ist sehr schade, dass die Presse begierig über den Theaterdonner berichtete, jedoch die Gründe warum es so kam, allenfalls beiläufig erwähnte. Es ist auch schade, dass diejenigen, die sich für eine gute und tragfähige Lösung einsetzen statt Gefälligkeiten zu leisten oder den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, jetzt quasi am Pranger stehen. Ich frage mich, ob am Ende einige Räte Angst um ihren Platz haben, wenn es Neuwahlen gibt. Ist der Verlust des Beamtenstatus‘ von Herrn Vogel jedoch rechtskräftig, kommen diese Wahlen so oder so. Wir werden sehen, wie es jetzt weiter geht.

Es grüßt Euch Euer nachdenkliches Rathausmäusle

 

Clara