Rathausgeschichten

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Der Main im Schattenspiel. Geheimnisvoll, wie die Zukunft im Rathaus im Moment

Grüß Euch Gott, miteinander!

Bestimmt habt Ihr auch von der Aufregung im Rathaus gehört, nicht wahr? Am Mittwoch sollte der 3. Bürgermeister Oliver Liedtke offiziell zum Stellvertreter gewählt werden. Nun, über all den Ärger wurde reichlich berichtet. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht so ganz warum, denn der Antrag auf verschieben hat einen Grund: Inzwischen ist in München entschieden worden, dass Herrn Vogel das Disziplinarverfahren eröffnet wird. Das bedeutet im Klartext: Es könnten schon bald reguläre Neuwahlen anstehen. Außerdem hat der Gemeinderat bis Dezember Zeit, einen Nachfolger für Frau Kirschbaum zu benennen.

Folglich beantragte die CSU-Fraktion, dass man sich doch Zeit lassen solle. Logisch, wie ich finde, denn Herr Liedtke bleibt ja 3. Bürgermeister und wenn sowieso in einigen Wochen schon vorgezogene Kommunalwahlen anstehen könnten, braucht man doch keinen offiziellen Stellvertreter mehr. Stattdessen, so die Räte von CSU und ÖDP sollte man in aller Ruhe miteinander beraten, wer als Stellvertreter denn in Frage käme, falls es mit den Neuwahlen doch noch dauert. Theoretisch könnte Herr Vogel eine reguläre Neuordnung durch Wahlen weiter in die Länge ziehen. Es würde für Ihn nichts ändern, doch die rechtlichen Mittel hat er.

Für die CSU und ÖDP Räte ist Herr Liedtke nicht wählbar. Der Grund ist sein Verhalten. Nicht zuletzt der Umstand, dass er laut Frau Kirschbaum die zweite Bürgermeisterin regelrecht aus dem Amt gemobbt hat. Auch fand die CSU, dass es doch nicht sein könne, dass der Kandidat mit den wenigsten Stimmen die größte Verantwortung übernimmt. Nachvollziehbar, denn er wurde ja nun nicht durch Wahl ermächtigt, sondern käme dann auf Grund für ihn günstiger Umstände und des Unglücks einer anderen an die Macht. Nach echter Demokratie klingt das für mich nicht.

Natürlich gefiel das Einigen im Rat nicht. Der Antrag der CSU auf eine gründliche Beratung und Bestimmung mehrerer Kandidaten wurde nicht umgesetzt, die reguläre Sitzung fand statt, inklusive des Punktes „Ernennung eines neuen Stellvertreters“. Also kam es zum Patt, denn nicht nur die CSU und ÖDP Gemeinderäte sehen Herrn Liedtke sowie sein Verständnis von Wahrhaftigkeit und Ethik kritisch, auch ein SPD Rat hat die Verschiebung unterstützt

Es ist sehr schade, dass die Presse begierig über den Theaterdonner berichtete, jedoch die Gründe warum es so kam, allenfalls beiläufig erwähnte. Es ist auch schade, dass diejenigen, die sich für eine gute und tragfähige Lösung einsetzen statt Gefälligkeiten zu leisten oder den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, jetzt quasi am Pranger stehen. Ich frage mich, ob am Ende einige Räte Angst um ihren Platz haben, wenn es Neuwahlen gibt. Ist der Verlust des Beamtenstatus‘ von Herrn Vogel jedoch rechtskräftig, kommen diese Wahlen so oder so. Wir werden sehen, wie es jetzt weiter geht.

Es grüßt Euch Euer nachdenkliches Rathausmäusle

 

Clara

 

Der Doktor ist da, obwohl niemand krank ist, oder doch?

Baden, die Sonne genießen, einfach Leben! Der Randersackerer Sommer. Warum muss man da weg fahren??
Baden, die Sonne genießen, einfach Leben! Der Randersackerer Sommer. Warum muss man da weg fahren??

Clara, die Rathausmaus weiß etwas Neues:

Grüß Euch Gott, miteinander!

Endlich ist Sommer und alle Kinder haben Ferien. Am Main wird Fußball gespielt, gebadet und gespielt. Ferien sind wohl irgendwie ansteckend, denn unser 3. Bürgermeister, Herr Liedtke, ist auch „ferienkrank“. Fünf Wochen ist er jetzt weg. Vermutlich ist deswegen jetzt auch der Dr. Rost im Rathaus.

Komisch ist nur, dass Herr Liedtke gar nicht krank ausgesehen hat. Auch ist er recht fröhlich abgezogen. Bei der Frau Kirschbaum, unserer 2. Bürgermeisterin hat das anders ausgesehen, als sie krank wurde. Sie war ganz blass und müde. Na vielleicht gibt es ja auch Krankheiten, die gar nicht so krank machen, obwohl einem trotzdem was fehlt. Zum Beispiel ein Gefühl dafür, was jetzt gerade gut für Randersacker ist. Oder auch dafür, was gut für die eigenen Interessen ist.

Kennt Ihr Murphys Gesetz?

Ich habe es einmal gelesen. Es lautet: „Alles was passieren kann, wird passieren.“ Was jetzt mit dem 1. Bürgermeister wird, weiß ich nicht. Eigentlich sollte das schon geklärt sein, aber die Leute in München machen wohl auch Ferien. Vielleicht erfahren wir es endlich im September. Die 2. Bürgermeisterin ist auf unbestimmte Zeit krank und der 3. Bürgermeister macht trotzdem erst einmal fünf Wochen Urlaub. Und wir? Hoffen inständig, dass hier nichts passiert oder nichts ansteht, wofür ein richtiger Bürgermeister gefragt ist!

Wisst Ihr, was meine Tante mal gesagt hat? Sie sagte: „Wenn jemand der Maus sagt, sie soll den Käse bewachen, darf er sich nicht wundern wenn er weg ist.“ Herr Liedtke ist offenbar kein Eingeweihter der Mäuseweisheiten, denn er lässt die Möglichkeit „Käse zu futtern“ sprich sich als Bürgermeister für die nächste Wahl zu empfehlen zum Beispiel, einfach liegen. Urlaub ist wohl wichtiger, als unser Randersacker oder auch ein möglicher Sieg bei der nächsten Bürgermeisterwahl. Bezahlt wird er dafür jedenfalls nicht, das weiß ich ganz genau. Er wollte das gerne, aber die meisten Gemeinderäte haben „Nein!“ gesagt, als er gefragt hat. Also muss er wohl doch krank sein, denn sonst würde er so was sicher nicht machen. Und jetzt weiß ich auch, dass der Doktor nicht zu mir gekommen ist.

Bei uns ist jetzt das ganze Jahr „Spargel-Zeit“

Spargel
Ein merkwürdiger Neuankömmling

Hier weiht die Rathausmaus Clara ihre eigene Rubrik ein:

Grüß Euch Gott, miteinander!

Neulich wurde ich sehr unsanft geweckt. Also beschloss ich, einmal nach dem Rechten zu sehen. Ich huschte ins Freie und schaute mich um. Nichts zu sehen. Es war schon fast Mittag und ich wollte gerade wieder durch das seitliche Tor zurück auf den Hof, als ich fast in ein Loch fiel! Gerade so konnte ich mich an einem Hosenbein festhalten. Zum Glück hatte ein Mensch das Loch auch gesehen und war verwundert stehen geblieben.

Ich war viel zu erschrocken, um dem Gespräch zu zu hören. Drinnen wurde es mir dann klar. Dieses Loch konnte nur einen einzigen Sinn haben: Ein Pool für mich, Eure Rathausmaus. Wirklich sehr gerührt verzieh ich sofort den Lärm und die Stolperfalle. „Was sind die Leute doch lieb,“ dachte ich bei mir. „Der Sommer kommt bestimmt noch. Und jetzt kann ich auch schwimmen und plantschen. Direkt vor meiner Haustür!“

Kiliani? Was zum festhalten vielleicht? Landeplatz für Außerirdische??

Später wollte ich meinen Pool begutachten und den Bauleuten Anweisungen geben, die rosa Kacheln bloß ordentlich zu setzen. Und? Das Loch war weg! Stattdessen stand da ein großer Mast. Fast wie ein Spargel sieht er aus. Ich war baff. Was sollte das denn jetzt!? Bald ist Killiani in Würzburg. Solltet Ihr mir am Ende mein eigenes Karussell bauen? Nein, das wäre viel zu viel. Der Mast sieht auch nicht wirklich so aus. Und da wo er steht ist ja auch zu wenig Platz. Direkt neben dem seitlichen Torbogen. Vor den Schaukästen. So dass niemand mehr in Ruhe lesen kann, was die Parteien mitteilen wollen.

Ein hoher Mast, der mitten im Weg steht und keinen Spaß macht. Hm. Wozu könnte man so was brauchen? Damit sich die Leute auf dem Heimweg vom Weinfest irgendwo festhalten können? Oder als Landeplatz? Für diese UFOs vielleicht, von denen man immer wieder hört. Es ist sehr rätselhaft. Ich werde die Ohren für Euch offen halten. Bis dahin, passt auf Euch auf und obacht, wenn Ihr aus der Maingasse kommend auf den Rathausplatz geht. Spargel im Weg.

Herzlichst

Eure Clara

Das Wetter ist schön. Der "Spargel" nicht so sehr.
Das Wetter ist schön. Der „Spargel“ nicht so sehr.