Dietmar Vogel tritt zurück

Randersacker, Kirche, Bürgermeister
Randersacker, Kirche St. Stephanus vom Weinberg aus

Das neue Jahr ist noch jung und schon gibt es eine Überraschung: Der erste Bürgermeister, Dietmar Vogel hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Am kommenden Mittwoch wird er den Gemeinderat um seine Entlassung bitten. Damit wird der Weg zu Neuwahlen geebnet.

Dieser Rücktritt kommt viel zu spät. Großer Schaden ist mittlerweile eingetreten. Neben den Kosten ist das Image von Randersacker stark belastet. Seit mittlerweile zwei Jahren wird Randersacker nur von einem Stellvertreter regiert. Zwischenzeitlich ist Frau Kirschbaum aus gesundheitlichen Gründen vom Amt zurück treten und auch zwei Gemeinderäte wollten dies nicht länger mittragen und baten um Entlassung. Das Durcheinander und die großen Schwierigkeiten, die Randersacker in dieser Zeit durchleben musste, sind hinlänglich bekannt.

Jetzt gilt es, eine stabile und zielgerichtete Zukunft zu planen und umzusetzen. Die Randersackerer werden IHREN Bürgermeister direkt wählen und damit unseren Heimatort in eine hoffentlich positive Zukunft lenken können. Sobald es weitere Neuigkeiten gibt, lesen Sie sie hier.

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Überraschung zum Jahresende

Die turbulenten Vorgänge im Randersackerer Rathaus sind uns allen bekannt. In der letzten Sitzung schließlich gab es eine große Überraschung Die Räte Matthias Henneberger und Otto Schenk (beide ÖDP) baten darum, sie in der kommenden Sitzung offiziell von ihren Pflichten zu entbinden. Nach 20 Jahren der konstruktiven und erfolgreichen Opposition, nach einer Zeit als „Reißnagel“ der auch einen „dicken Hintern bewegen kann“, legen die beiden ihr Amt nieder.

Es ist durchaus zu verstehen, denn es scheint, als könne die Opposition im Randersackerer Gemeinderat nicht wirklich viel ausrichten. Die Übermacht, die der UWG-Block mit seinen Verbündeten innehat, der Umstand, dass der rechtskräftig verurteilte 1. Bürgermeister Dietmar Vogel von diesem Block insgeheim immer noch gestützt und so die unhaltbare politische Schwebelage in Randersacker unverdrossen weiter befeuert wird, ist ohne Frage enorm frustrierend.

Und so appellierte Matthias Henneberger in seiner Abschiedsrede auch aufs Intensivste an Herrn Vogel, das Amt endlich freizugeben und nicht länger auf eine Würde zu pochen, von der niemand, einschließlich ihm selbst vermutlich, wirklich glaube, dass er sie jemals wieder einnehme.

Des einen Leid…

Vermutlich werden einige im Rathaus nicht sehr traurig über die Entscheidung der Herren Henneberger und Schenk sein. Zumal gerade Matthias Henneberger deutlich und klar benannte, warum er den jetzt amtierenden Stellvertretenden Bürgermeister Oliver Liedtke für unwählbar hielt. Neben der Frage nach Sachkenntnissen, die Herr Liedtke nicht zufriedenstellend beantworten kann gab es mehrere Vorfälle die zeigten, dass auch die demokratische Bürgernähe, sowie der Umgang mit Kritik und Fragen durch die Randersackerer Bürger nicht zu seinen Stärken gehören.

Auch der Umstand, dass UWG und SPD immer noch das Hauptproblem Dietmar Vogel klein reden und damit am unhaltbaren Zustand der Randersackerer Politik festhalten, wurde von Herrn Henneberger immer wieder offen benannt. Ebenso wie die Tatsache, dass offenbar politische Opposition in persönliche Feindseligkeiten resultierten und immer wieder resultieren, wurde zu Recht deutlich kritisiert.

Fraglos ist die Opposition eine der schwierigsten politischen Positionen. Sie erfordert Mut, Einsatzbereitschaft und das sprichwörtliche „dicke Fell“. Die Herren Henneberger und Schenk zeigten immer wieder, dass sie über diese Eigenschaften verfügen und dass sie, auch wenn es sich oft für sie nicht so anfühlte, sehr wohl und sehr erfolgreich der „Reißnagel sein konnten, der auch einen dicken Hintern bewegt“.

Mit tiefem Dank und sehr ungern sehen wir sie gehen und wünschen ihren Nachfolgern Kraft, Entschlossenheit und die nötige Energie die es braucht, endlich wieder der Gemeinderat einer erfolgreichen und florierenden Gemeinde zu sein statt nur eine Gruppe von Menschen, in der die Bündnismehrheit zwar immer wieder Zusammenarbeit fordert, dann aber an den persönlichen Eitelkeiten scheitert. Aber vielleicht lernen die Verantwortlichen ja mal dazu.

Oliver Liedtke zum 2. Bürgermeister gewählt

Herbst in Randersacker...es wurde trotzdem nochmal heiß
Herbst in Randersacker…es wurde trotzdem nochmal heiß

Am vergangenen Mittwoch wurde Oliver Liedtke (Lindelbacher Liste) vom Gemeinderat zum 2. Bürgermeister von Randersacker gewählt. Er ist also weiterhin der Amtierente, bis die Randersackerer ihren 1. Bürgermeister direkt wählen dürfen.

„Gewählt“, das klingt irgendwie demokratisch. Jedoch berichtete Herr Henneberger (ÖDP) vor der Wahl, dass die Gemeinderäte von UWG und SPD von vorneherein beim Schlichtungsgespräch sagten, sie würden keinen anderen Kandidaten unterstützen, als Herrn Liedtke. Natürlich war es unter diesen Umständen obsolet, jemand anderen mit aufzustellen.

Umstrittener Kompromiss

In der Septembersitzung wurde vorgetragen, dass Herr Liedtke die ehemalige 2. Bürgermeisterin, Frau Kirschbaum, aus dem Amt gemobbt haben soll. Er hat tatsächlich seine Unterstützer von UWG und SPD per Mail zu einem Treffen ins Rathaus eingeladen um ein für alle mal zu klären, dass Frau Kirschbaum als 2. Bürgermeisterin für Randersacker nicht mehr tragbar sei. Es soll für Frau Kirschbaum so schlimm gewesen sein, dass sie an Angstzuständen litt und so amtsunfähig wurde. Herr Henneberger hat vor der Wahl seine erheblichen Zweifel an der Fachkompetenz Herrn Liedtkes in wichtigen Bereichen der Kommunalverwaltung benannt und begründet. Aus diesen schwerwiegenden und verständlichen Gründen war Oliver Liedtke für einige Räte schlicht nicht wählbar. Einer der Räte verweigerte gar die Stimmabgabe aus Protest.

Die CSU-Fraktion hatte im Vorlauf zur Wahl deren Verschiebung beantragt. Ziel war, die Frist für eine Bestimmung des neuen Stellvertretenden auszunutzen, weil sich in dieser Zeit möglicherweise die Voraussetzungen zur regulären, allgemeinen Neuwahl des 1. Bürgermeisters ergeben hätten. Dem steht gegenüber, dass die Gemeinde handlungsfähig bleiben muss. Im Sinne Randersackers erneuerten die CSU-Räte den Antrag auf Verschiebung nicht und versicherten nach der Wahl, dass eine Zusammenarbeit in Sach- und Fachfragen im Sinne der Bürger gegeben sein muss und sein wird.

Die Zukunft wird es zeigen

Die Entscheidung war im Gemeinderat lebhaft diskutiert worden, doch entgegen der allgemeinen Wahrnehmung war der Gemeinderat nie zerstritten. Lediglich beim Thema Bürgermeister und den daraus sich ergebenden Folgen, sind völlig verschiedene Bewertungen vorhanden.

Allen Räten ist ihre Verantwortung für die Geschicke Randersackers und seiner Bürger jederzeit bewusst. In diesem Sinne wird es auch in Zukunft eine engagierte Zusammenarbeit geben und der stellvertretende Bürgermeister darf sich der Unterstützung und natürlich auch des konstruktiven Widerspruchs seiner Räte versichert wissen, so der allgemeine Konsens nach der Wahl.

Von dieser Stelle aus sei Herrn Liedtke alles Gute, gutes Gelingen und jederzeit die richtige Idee gewünscht.

Endlich sind wir dabei: Terroir F-Punkt am Sonnenstuhlturm eingeweiht

Blick vom Mainufer auf den Sonnenstuhl. Er macht seinem Namen gerade alle Ehre
Blick vom Mainufer auf den Sonnenstuhl. Er macht seinem Namen gerade alle Ehre

Nach langem Hin und Her haben nun endlich auch wir unseren Terroir F-Punkt. Er befindet sich am Sonnenstuhlturm, der auch „Kartoffelturm“ genannt wird, und eröffnet einen herrlichen Blick über das Maintal. Schon lange ist der Sonnenstuhlturm als Ausflugsziel kein Geheimnis mehr. Viele denken, dass er die schönste Perspektive über die Randersackerer Lagen bietet. Bei Kletterern ist er beliebt und vermutlich hat er auch so manches romantische Treffen schon gesehen, unser Sonnenstuhlturm.

Ursprünglich als Flaggenmast (manche sagen auch, als Träger für ein FlAG-Geschütz) im Dritten Reich gebaut, ist er für Randersacker genauso typisch wie der Flecken oder auch unsere goldene Badewanne. Jetzt endlich ist er auch einer von 12 Markierungspunkten im fränkischen Weinland.

Terroir F – was Weinfranken so besonders macht

Das fränkische Weinland zeichnet sich durch landschaftliche Schönheit, geologischen Reichtum und den guten Wein aus. Aus allen schönen und bezaubernden Fleckchen die es zu bieten hat, wurden 12 besonders magische Orte ausgewählt. Besucher erfahren hier Vieles über den fränkischen Muschelkalk, die Entstehung und Besonderheiten unserer Weinberge sowie natürlich auch viel Wissenswertes um den Wein.

Vermutlich hatten die, die diese Punkte festlegen die Qual der Wahl, denn unsere Landschaft ist so abwechslungsreich, unsere Dörfer und Städte sind so typisch und einzigartig, dass man vermutlich ohne Weiteres zehnmal so viele Punkte hätte wählen können. Umso schöner ist es , dass auch unser Randersacker unter den 12 ganz Besonderen ist.

An einem Terroir F – Punkt müssen mindestens drei Flaggen als weithin sichtbare Markierung stehen. Die weitere Gestaltung ist der jeweiligen Gemeinde überlassen. Was sich das Randersackerer Team hat einfallen lassen, kann sich sehen lassen. Wie wäre es mit einem Ausflug zum Sonnenstuhlturm, damit Sie selber einmal schauen können? Vielleicht sehen wir uns da oben.

2. Bürgermeisterin zurück getreten!

Blick vom Weinberg

Das Bürgermeisterkarussell dreht sich weiter: Die 2. Bürgermeisterin ist zurück getreten. Seit Mai 2015 ist der 1. Bürgermeister Dietmar Vogel (UWG) durch die Landesanwaltschaft München seines Amtes enthoben. Wegen Untreue erging ein Strafbefehl, über 10 Monate auf Bewährung, den er inzwischen akzeptiert hat.

Seit der Suspendierung Vogels hatte Frau Kirschbaum die Regierungsgeschäfte in Randersacker übernommen, erkrankte dann aber und fällt nun schon einige Monate aus. Ihr folgte Oliver Liedtke (Lindelbacher Liste) als 3. Bürgermeister auf den Posten des Regierenden. Herr Liedtke trat kürzlich einen mehrwöchigen Urlaub an und wird durch Herrn Dr. Peter Rost (UWG) vertreten.

Offen, wie es weiter geht

Die Frage, wer den nun Randersacker regieren soll, ob und wann es Neuwahlen gibt und vor allem, wie es mit dem derzeitigen Bürgermeister weiter geht, ist derzeit offen. Eine Entscheidung aus München wird bis Ende September erwartet. Vielfachen Aufforderungen, selbst zurück zu treten und so wieder Ordnung und klare Verhältnisse ins Rathaus zu bringen, gab Vogel bislang nicht statt.

Ob der 3. Bürgermeister Liedtke auf Grund der plötzlichen Ereignisse seinen Urlaub vorzeitig beenden wird um an seinen Posten zurück zu kehren, ist ebenfalls gegenwärtig nicht bekannt.

In der Presse ist gelegentlich schon vom „Trio infernale“ im Randersackerer Rathaus die Rede. Es steht jedoch kaum zu erwarten, dass sich großartig etwas ändern wird, da die Kräfteverhältnisse im Gemeinderat unverändert sind. Vermutlich wird sich Herr Liedtke um die vakante Stelle als Bürgermeisterstellvertreter bewerben und durch sein Bündnis, das ihn auch schon zum 3. Bürgermeister gewählt hat, wahrscheinlich unterstützt werden. In diesem Falle, würde dann der Gemeinderat, der bei der vergangenen Kommunalwahl die wenigsten Stimmen hatte, Randersacker regieren.

Der neue „Nachbar“

Was für mich persönlich unvorstellbar war, ist eingetroffen: Der Terror ist da. In unserer Nachbarschaft. Jetzt wird unser Landkreis in einem Atemzug mit Paris und Nizza genannt. Vermutlich haben viele von Ihnen den großen Polizeieinsatz gestern Abend mitbekommen.

Ein 17jähriger Junge aus Afghanistan hat, offenbar islamistische Parolen rufend, im Regionalzug aus Treuchtlingen nach Würzburg Fahrgäste mit einer Axt angegriffen. Bei Heidingsfeld kam der Zug zum Stehen, der Täter flüchtete zunächst. Er wurde wenig später erschossen, als er auch auf die Polizei losgehen wollte. Gäste aus Hong Kong wurden schwer verletzt, zwei kämpfen noch um ihr Leben. Ebenso eine Frau, die ihren Abendspaziergang machte und den Fluchtweg des Täters kreuzte.

War es bei dem Anschlag im Zug bei München vor einiger Zeit noch einfach ein Irrer, so ist jetzt glasklar: Der Terror ist in Bayern, in unserem schönen, friedlichen Frankenland angekommen. In einer Gegend, in der man sich allenfalls über lärmende Nachbarn zu ärgern brauchte, hat der IS zugeschlagen, in Form eines Sympathisanten.

Und jetzt?

Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich habe keine Antworten, bin entsetzt und sprachlos, wie vermutlich viele von Ihnen. Alles was ich weiß ist, dass wir uns hüten müssen. Davor von „denen“ zu reden. Es sind nicht „die“. Es sind einige, abscheuliche, grausame Menschen, die die Flüchtlinge in unserem Landkreis erst zu Flüchtlingen gemacht haben. Und dass sich die Täter unter den Flüchtlingen verstecken, ist ebenso ein Angriff auf uns, als auf unsere Gäste wider willen. Es geht den Tätern darum, dass wir tun, was sie nicht können. Nämlich die Flüchtlinge hier zu drangsalieren und zu verfolgen. Ich bin kein Mittel zum Zweck. Und Sie?

Der Innenminister ruft eindringlich zur Besonnenheit auf, und er hat Recht. Lassen Sie uns besonnen sein. Lassen Sie uns beten. Für die Verletzten und Traumatisierten und auch für uns. Darum, dass unsere Herzen immun sein mögen und sich nicht am Hass wahnsinniger Terroristen anstecken. Das ist es, was sie wollen. Sie wollen uns mit Angst vergiften und uns anstecken mit ihrem Hass. So herzlos das klingen mag: Das Leben geht weiter. Möge es unser Leben bleiben, und nicht eines, das wir nur noch vollziehen, regiert von Angst und Unmenschlichkeit.

Zwischen Weinreben wächst Europa zusammen

Sind sie nicht schön, die Randersackerer Weinberge?
Sind sie nicht schön, die Randersackerer Weinberge?

Am Wochenende vom 01.07.2016 bis zum 03.07.2016 luden die Jung.Wein.Macher ans Mainufer zum Fest. In diesem Jahr wurden mit großer Freude auch zehn Weinbauern aus unserer französischen Partnergemeinde Vouvray begrüßt. Was wie ein Arbeitsbesuch klingt, wurde schon bald zu einem regen Austausch unter Kollegen. Man erzählte sich von den verschiedenen Methoden und Traditionen im Weinbau.

Die junge Generation der Winzer an Main und Loire fand Unterschiede in den Methoden inspirierend und Gemeinsamkeiten motivierend. Man beschloss, künftig zusammen zu arbeiten und sich rege auszutauschen. Natürlich wurde eine Einladung an die Gastgeber ausgesprochen, bald schon auf Gegenbesuch an die Loire zu kommen. Es ist schön zu sehen, dass Traditionen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sehr stark verbinden können.

Die Jung.Wein.Macher tragen Bewährtes gemeinsam mit ihren Kollegen aus Frankreich weiter und erhalten es auch in der Zukunft. Der Begriff „Gemeindepartnerschaft“ ist zumindest zwischen Randersacker und Vouvray weit mehr als eine Floskel. Er ist gelebte Wirklichkeit. So funktioniert Europa. In diesem Sinne: Salutations à nos amis! À bientôt!

Den ausführlichen Bericht in der Main-Post finden Sie hier.